2 Jahre kein Blogbeitrag oder: Warum ich Twitter mag

Ach, herrje, 2 Jahre sind seit meinem letzten Beitrag vergangen. Das ist dieses "Dran-Bleiben", was mir immer so schwer fällt. Das ist dieses Chaos im Kopf, dass es unmöglich macht, Deadlines einzuhalten oder organisiert durch den Alltag zu kommen. Ich bin immer schwer beeindruckt, was andere Menschen so organisatorisch leisten: Vorkochen, Brotboxen am Abend füllen, Sonntags die Einkaufs- und Essensliste für die Woche schreiben (und das dann noch umsetzen)... 

Ich bin wirklich nicht zum regelmäßigen bloggen geschaffen. Bei mir zählt eher der Wille und der Durchschnitt. 21 Beiträge in 2 Jahren, das macht immerhin fast EINEN Blogbeitrag im Monat (ja, ok, 0,875). Aber das ist doch dann auch fast schon wieder regelmäßig. 

 

Spannend daran allerdings: Mit Ausnahme von so sichtbarem Versagen wie beim Führen meines Blogs, halten mich die Menschen in meinem Umfeld für äußerst strukturiert: Ich bin im Kindergarten Elternbeiratsvorsitzende und krieg die Organisation gewuppt, ich gelte in der Arbeit als zuverlässig und gut vorbereitet. Meine Kursmütter glauben mir nicht, dass ich privat auch öfter mal laut und ungeduldig werden kann.

Immer wieder bin ich fasziniert davon, dass mein Umfeld nicht mitkriegt, wie viel Anstrengung mich das Leben in unserer durchgetakteten Welt mit all ihren Anforderungen kostet. Dass ich mich selbst als vollkommen chaotisch, unstrukturiert und voller Unzulänglichkeiten wahrnehme.

 

Die letzten 2 Jahre habe ich mich ein bisschen in Twitter verliebt. Während Instagram meine Minderwertigkeitskomplexe durch die gefilterte Fotowelt mit all seinen schönen Menschen und ihrer Leichtigkeit nur noch anfacht und auf Facebook auch nicht grad die aktuellen Familienprobleme thematisiert werden, habe ich oft das Gefühl, auf Twitter ein digitales Zuhause gefunden zu haben. 

Nicht nur, dass ich keine langen Texte texten und keine tollen Fotos posten muss, nein, ich kann meine Gedanken einfach in Kurzform ins Orbit ablassen, bekomme evtl. sogar eine Rückmeldung oder schreibe selbst eine zu den Gedanken anderer. 280 Zeichen habe ich dafür. Das entspricht meinen von ständigen Kinderfragen und -wünschen unterbrochenen Gedankengängen ziemlich gut. 280 Zeichen für einen Gedanken und dann 280 Zeichen für den nächsten. Dazwischen ein Marmeladenbrot fürs Kind.

Nebenbei das Gefühl, ein bisschen politisch up-to-date zu sein. Und immer wieder Futter für die Lachmuskeln. Nebenbei noch Eltern-Tweets für meine frischgebackenen Kurseltern sammeln, denen es unglaublich gut tut, in Anlehnung daran, dann auch mal zu erzählen, was sie sich am Elternsein dann doch so ganz anders vorgestellt hatten. 

 

In diesem Sinne werde ich diesen (ich weiß, es heißt dieses, aber das klingt in meinen Ohren furchtbar) Blog stehen lassen und nach Bedarf füllen. Und gleichzeitig Twitter, eine - wie ich finde - wunderbar elternkompatible Plattform nutzen. 

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